Meiner Erfahrung nach besteht ein Merkmal von ADS- Betroffenen darin, dass sie sich genau fokussieren und sich auch konzentrieren können. Allerdings nur auf bestimmte Dinge. Auf das, was ihr Interesse trifft. Dann sind sie mitunter auch in der Lage, sich stundenlang zu konzentrieren und sie sind zudem noch extrem gut darin. ADSBetroffene nehmen mit allen Hellsinnen wahr und haben nicht nur das Gehirnareal zur Verfügung, das für das rationale Denken verantwortlich ist (deckt ca. 3 % des menschlichen Gehirns ab), sondern können auch auf das intuitive Gehirnareal zurückgreifen, was etwa 97 % des Gehirns ausmacht. Dadurch können sie extrem viel Input erhalten. Zudem haben ADHS-Betroffene einen extremen Drang, sich zu bewegen. Durch Bewegung haben sie die Möglichkeit, sich etwas zu erden. Sie nehmen ihre Umwelt mit einem 360-Grad- Rundumblick wahr. Bei Legasthenikern ist der Blick hingegen häufig unscharf, wie beim Wahrnehmen einer Aura. Im Leben ecken Menschen mit dieser Gabe nicht zwingend und sofort an. Allerdings gibt es eine Institution, wo es früher oder später dazu kommen wird: die Schule. Das Schulwesen von heute basiert im Wesentlichen auf Vorgaben und Richtlinien, die es zu befolgen gilt. Wer aus dem System herausfällt, hat mit Problemen zu rechnen. Als ich noch Erstklässlerin war, wurden die Klassen 1-4 in einem Klassenzimmer zusammen unterrichtet. Als intuitiver und sensitiver Mensch hatte ich zu meiner Schulzeit damals ein immenses Spektrum an Möglichkeiten.