Panikattacken Definition
Als Panikattacke bezeichnet man allgemein die plötzliche Reaktion, das plötzliche Auftreten einer körperlichen und psychischen Alarmreaktion, das Auftreten des sogenannten „Fight or Flight“-Zustandes, ohne dass es dafür einen objektiven, äußeren Anlass gibt.
Charakteristisch ist zudem, dass diese Attacke zumeist nur für einige Minuten anhält. Bezeichnend ist außerdem, dass sich die Betroffenen meistens nicht darüber im Klaren sind, dass es sich bei ihrer Reaktion um eine Panikattacke handelt. Die Bereitstellung von Energie, die das Überleben gewährleisten soll und entsprechende Reaktionen im Körper auslöst, wird als lebensbedrohlich empfunden, was die Panik nur noch weiter antreibt.
„Eine Panikattacke ist im Grunde harmlos“, wird der Professor Manfred Beutel via Apotheken-Umschau zitiert. Er ist Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Mainz. In den ersten zehn Minuten erreiche die Panikattacke zumeist ihren Höhepunkt. Nach einer halben Stunde sei die Attacke in den meisten Fällen abgeklungen, was auch daran liege, dass unser Körper diesen extremen Zustand gar nicht länger aufrechterhalten könne.
Aus evolutionärer Sicht soll uns die Alarmreaktion auf Gefahr aufmerksam machen und uns in einen Zustand der Flucht oder des Kampfes bringen. Die Aufmerksamkeit ist gesteigert, der Körper schüttet das Stresshormon Adrenalin aus. Das führt dazu, dass die Gefäße enger werden und mehr Blut transportiert wird. Die Muskeln werden daher darauf vorbereitet, bald mehr Arbeit verrichten zu müssen.

Symptome
In diesem Zusammenhang kann von einem Teufelskreis der Panik gesprochen werden. Es beginnt mit einer Beschleunigung der Herzfrequenz, vielleicht auch mit einer Beschleunigung oder Verflachung des Atems. Schweißausbrüche, Zittern, Kribbelgefühle, Schwindel und Muskelanspannung können dominant sein. Der Stoffwechsel des Hirns verändert sich und damit auch die Wahrnehmung durch die Sinne.
Diese körperlichen Veränderungen werden intensiv wahrgenommen, die Bewertung „Gefahr!“ wird vom Körper vorgenommen. Die Folge: das Angstgefühl entsteht und letzten Endes auch die angesprochene „Fight & Flight“- Reaktion. Die anfänglichen Symptome können letztlich zu Herzrasen, Hyperventilieren und zu Gefühlen der Depersonalisation und zu Veränderungen des Hormon- und Immunsystems führen.
Wie anfänglich beschrieben erstrecken sich die Symptome meistens über einen geringen Zeitraum. Es ist allerdings auch möglich, dass die Symptome bis zu mehreren Stunden wirken und anhalten. Symptome können dabei auch abgeschwächt auftreten oder aber psychische Symptome stehen im Vordergrund. Angstgedanken, Derealisation und Depersonalisation sind in diesem Zusammenhang besonders zu nennen. Physische Symptome können zum Beispiel hingegen eher schwächer ausgeprägt sein. Kennzeichnend ist
hingegen meistens, dass die Symptome nicht als Folgen der Panik anerkannt oder gedeutet werden.
„Angst Hexal“ hat sich den verschiedenen und vielseitigen Symptomen von Panikattacken ebenfalls gewidmet. Auch hier werden Herzrasen, Herzklopfen und ein schneller und unregelmäßiger Herzschlag beschrieben. Zudem gehören auch Schweißausbrüche, fein- oder grobschlägiges Zittern zu den beschriebenen Symptomen.
Mundtrockenheit, Atemnot, Kurzatmigkeit und Gefühle der Erstickung tauchen ebenfalls im Zusammenhang mit Panikattacken auf. Es wird sich unter anderem auch häufig über Gefühle der Beklemmung und Enge im Hals und in der Brust beschwert. Auch zu Schluckbeschwerden kann es kommen.
Schmerzen in der Brust tauchen ebenfalls auf und führen folglich häufig zur Angst vor einem Herzinfarkt.
Hitzewallungen, Kälteschauer, Frösteln – auch diese Temperatur bezogenen Indizien und Symptome werden beschrieben.
Es kann zu einem Kribbeln an der Haut kommen, auch zu einem Kribbeln an den Fingern, am Mund oder an den Lippen. Ebenfalls können Taubheitsgefühle in Bezug auf Panikattacken als häufiges Symptom festgehalten werden.
Übelkeit und Missempfindungen im Magen führen zu einem Unruhegefühl. Bauchschmerzen und Würgereiz sind auch nicht selten, wenn es um Panikattacken geht.

Gefühle von Schwindel, Unsicherheit, Schwäche, Benommenheit und Ohnmacht können vorherrschend sein und dominieren. Einige psychische Merkmale wie Gefühle der Derealisation und Depersonalisation wurden in diesem Kontext ja bereits thematisiert. Allgemein kann die Angst vor einem Kontrollverlust ausgemacht und beobachtet werden. Nicht selten leiden die Betroffenen unter Todesangst.
Die Art und Weise, wie eine Panikattacke sich bei jedem Menschen äußert, kann laut Apotheken-Umschau sehr unterschiedlich sein, ebenso wie die Reaktion der Betroffenen. Den einen trifft eine solche Attacke abends auf dem Sofa vor dem Fernseher und kommt dabei quasi wie aus dem Nichts. Die Reaktion fällt womöglich rational aus und es wird ein Termin beim Hausarzt vereinbart. Die Befunde sind unauffällig und in der Folge werden die Ereignisse abgehakt. Das Leben kann normal weitergelebt werden.
Andere hingegen lässt die Angst vielleicht nicht so einfach los, denn die Panikattacken können mitunter Spuren hinterlassen und sich aufgrund der Intensität in das Gedächtnis einbrennen, was weitere Panikattacken nicht unwahrscheinlicher macht. Die Erlebnisse werden dann immer wieder erlebt und es werden verschiedene Krankheiten in Betracht gezogen, unter denen man leiden könnte. Das kann in der Folge zu einer Spirale der Angst führen. Wer die Panikattacke in der U-Bahn erlitt, meidet künftig vielleicht Fahrten mit eben dieser. Wer im Fahrstuhl darunter leidet, nimmt in Zukunft die Treppe. Diese Reaktion ist zwar verständlich, dennoch verfestigt und intensiviert sie die Problematik nur umso mehr, da man sich somit von seiner Angst leiten lässt.
Eine ähnliche Beschreibung der Symptomatik liefert Netdoktor. Hier werden die offiziellen diagnostischen Kriterien nach ICD-10 aufgelistet. Demnach sind folgende Symptome und Anzeichen für Panikattacken charakteristisch:

  1. Es liegt eine einzelne Episode vor, die von intensiver Angst gekennzeichnet ist. Diese Episode beginnt abrupt und erreicht innerhalb weniger Minuten ihr Maximum. Die Panikattacke hält dabei nur wenige Minuten an.
  2. Eines der folgenden Symptome tritt bei einer Panikstörung immer auf: Veränderungen der Herzfrequenz bzw. Herzklopfen, Schweißausbrüche, Zittern, Mundtrockenheit.
  3. Weitere Symptome betreffen die Brustregion, also den Brustkorb, aber auch die Bauchregion. In diesem Zusammenhang sind Atembeschwerden, Gefühle der Beklemmung, Schmerzen im Brustkorb, Übelkeit und Unwohlsein, das aus dem Magen stammt, zu nennen.
  4. Zu den psychischen Symptomen, die bei einer Panikattacke auftreten, zählen vor allem und unter anderem Schwindelanfälle, Gefühle der Unsicherheit, Schwäche und auch Benommenheit. Die Angst kann dabei so intensiv werden, die Symptome können derart intensiv erlebt werden, dass eine Todesangst entstehen kann.
  5. Da die Panikattacken so plötzlich auftreten und auftauchen, besteht die Angst vor Kontrollverlust oder auch die Sorge davor, verrückt zu werden.
  6. Die Umwelt und Umgebung werden von den Betroffenen als unwirklich und fremdartig wahrgenommen. Dies wird in der Fachsprache als Depersonalisation und Derealisation bezeichnet.
  7. Hitzewallungen oder Kälteschauer, Gefühllosigkeit oder Kribbelgefühle werden von den Betroffenen ebenfalls sehr häufig beschrieben, wenn es um Symptome von Panikattacken geht.

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